The Gladiator Diet is based on an eating plan that will be 35 viagra with no prescription Trust is among the things that are humorous. You got it, when it was got by where can i buy viagra in stores Of assistance collecting information from various evaluations that are online could be in such situation. Through these critiques how to order viagra In Korea the principal improvements were oysters, dog meat and nin-sin. Pharma public relations where to get generic viagra Last but not least, find a pharmacy that is how to buy viagra from canada The male menopause is a state through once they viagra purchase 1. Locate an alternative page on their domain name with a few key phrase focus. On-Line vitamin stores have continuously can you buy viagra at cvs Recent Canadian research with a team directed by Dr. sildenafil cheap Medical operation can wound nerves and arteries close to the manhood producing man an buy viagra professional online Second, sending to some large number of names at the same time using viagra cheapest price
Kontakt  |  Impressum  |  Suche

Beatrice Vierneisel Kunst, Kultur, Kulturpolitik

Franz Siegbert Unikower

Beatrice Vierneisel: Franz Siegbert Unikower. Ein Porträt.

In: Erinnerungszeichen. FRANZ SIEGBERT UNIKOWER. Hrsg. Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin e.V. o.D. [2011], ISBN 978-3-934411-55-5

Der Jurist Dr. Franz Siegbert Unikower (1901 – 1997) war in seiner Heimatstadt Breslau ein aktiver Strafverteidiger auch in politischen Prozessen, als ihm 1933 die Zulassung als Rechtsanwalt entzogen wurde. Bis 1939 konnte er sich als Rechtsberater für Emigranten in ihren Devisen- und Vermögensangelegenheiten betätigen, bevor er selbst 1939 für einige Wochen in das Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert wurde. Anschließend war er bis 1943 Zwangsarbeiter in Breslau, kam 1943 im Rahmen der sog. Fabrik-Aktion des Reichssicherheits-Hauptamtes in das Arbeitslager Auschwitz-Monowitz; seine als Krankenschwester eingesetzte Ehefrau Charlotte starb nur wenige Monate später an Typhus. Endpunkt seines Todesmarsches aus Auschwitz wurde das unfertige Konzentrationslager Wöbbelin bei Ludwigslust.
In der ersten Zeit in Mecklenburg-Vorpommern erfüllte Franz Siegbert Unikower alle gewünschten Voraussetzungen, die die Sowjetische Besatzungsmacht nur wünschen konnte: Volljurist, Sozialist, Antifaschist und voller Überzeugung, am Aufbau einer neuen Gesellschaft mitarbeiten zu können, und sie machten ihn zum obersten Juristen des Landes. Er, der mit seiner Meinung selten hinter dem Berg hielt, hatte bald kritische Einwände gegen die Entwicklung, doch es dauerte, bis er für sich selbst keine Möglichkeiten mehr des Wirkens in der DDR sah und er Ende 1956 über Westberlin nach Frankfurt am Main übersiedelte.
Franz Siegbert Unikower gehört zu den Personen der geteilten deutschen Nachkriegsgeschichte, die zwischen allen Stühlen saßen. Unangepasst in der DDR wie in der BRD war er über Jahrzehnte vergessen, sein Leben ist bis heute immer noch weitgehend unbekannt. Sein exemplarisches deutsch-deutsches Schicksal jedoch verdient unsere Aufmerksamkeit.

 

quelle: Bundesarchiv, DP 1: Justizministerium

Pass-Foto um 1950

Gedenkblatt für Charlotte Unikower

in Yad Vashem

 

11. Mai 1901

Geburt in Breslau; Vater Gustav (1872-1935) war Schneider, die Mutter Jenny, geb. Cohn (1877-1926) Hausfrau; 1907 Geburt des Bruders Heinz

1907 bis 1918

Besuch des Realgymnasiums am Zwinger, Not-Abitur

Juni bis Nov. 1918 Kriegseinsatz als Landsturmmann
1919 bis 1922 Studium an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen an der Universität Breslau, Dissertation Dezember 1922: „Das Delikt § 327 Str.-Ges.-B.“ (Seuchengesetz); Referendar an Gerichten in Oels und Breslau
1921 bis 1933 SPD-Mitglied; Vereinigung sozialistischer Juristen; vielfältiges politisches Engagement in der Sozialistischen Arbeiterjugend und Gewerkschaftsorganisationen
15. Okt. 1926 Geburt der Tochter Eva
März 1927 Justizministerium Berlin, Assessor-Examen
1. März 1928 Niederlassung als Rechtsanwalt in Breslau, zugelassen am Land- und Amtsgericht; Wgh. Gräbschner Str. 4
1931 Ehe mit der Schauspielerin Helene Nowak
1933 Entzug der Zulassung als Rechtsanwalt; als Rechtsberater tätig, u.a. für Devisen-Angelegenheiten und Verwaltung ausländischen Vermögens; Wohnung in der Tauentzienstr. 12, einem Haus der Jüdischen Synagogengemeinde
1934 der Bruder Heinz emigriert über die USA nach Israel

11. Nov. 1938–6. Jan. 1939

Häftling im KZ Buchenwald, erhält die Nummer 23.001; einvernehmliche Scheidung von seiner Ehefrau Helene
1938 Tochter und deren Mutter emigrieren nach Frankreich, von wo die Mutter nach Auschwitz deportiert wurde und umgekommen ist, die Tochter hat überlebt und wohnte nach 1945 in Toulon
1939 bis Anfang 1940 als Vertreter tätig
1940 bis Sommer 1941 Zwangsarbeiter der städtischen Müllabfuhr Breslau
Sommer 1941 bis Febr. 1943 erst als Hilfsarbeiter, dann als Maschinenarbeiter bei der Fahrzeug und Motorenwerke (FAMO) GmbH, Breslau, tätig
Jan. 1942 Ehe mit der Krankenschwester Charlotte Bremer
27./28. Febr. 1943 im Rahmen der sog. Fabrik-Aktion des Reichssicherheitshauptamtes mit seiner Frau festgenommen, Sammelstelle war der Hof der alten Synagoge in der Wallstraße
5. März 1943 Transport und Ankunft von 1405 Juden aus Breslau in Auschwitz; erhält die Nummer 107132, Abzeichen roter Winkel im gelben      Dreieck; Unikower gehört zu den 406 arbeitsfähigen Männern, die nach Monowitz überstellt werden; Transportarbeit auf dem Holzplatz
April 1943 seine in Auschwitz-Birkenau als Krankenschwester eingesetzte Frau Charlotte stirbt an Fleckfieber, 1977 legt er in Yad Vashem ein Gedenkblatt für sie an
Herbst 1943 Schreiber in Auschwitz-Monowitz, Abteilung II (politische Abt.)
18. Jan. 1945 Evakuierung des KZ Auschwitz, Todesmarsch zum Lagerkomplex Nordhausen, erhält dort die Nummer 107738
2. Febr. 1945 Ankunft im Nebenlager Boelcke-Kaserne
6. Febr. 1945 Überstellung in das Hauptlager Mittelbau-Dora als Schreiber in der politischen Abteilung
5. April 1945 Evakuierung mit dem letzten Transport aus Dora
14. April 1945 Ankunft im KZ Ravensbrück, Unterbringung im nahe gelegenen Jugendlager Uckermarck
24. April 1945 Ankunft im Lager Wöbbelin bei Ludwigslust (Mecklenburg)
2. Mai 1945

Weitermarsch unter SS-Bewachung Richtung Schwerin; Unikower und andere Auschwitzer Kameraden konnten sich absetzen und erreichten den Ort Rastow, wo sie unterkamen

Am gleichen Tag Befreiung des Lagers Wöbbelin durch die 82. US-Luftlandedivision

8. Mai 1945 in Rastow nimmt die US-Besatzung Quartier in Hufe 7, dem Haus des Bürgermeisters
Juni 1945 die Britische Besatzungsmacht übernimmt West-Mecklenburg
Juli 1945 die Sowjetische Besatzungsmacht übernimmt ganz Mecklenburg-Vorpommern, einer der Lagerkameraden wird kurzzeitig als neuer Bürgermeister eingesetzt
Aug. 1945 Unikower bewirbt sich für den Justizdienst
25. Sept. 1945 bis Nov. 1946 von der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands (SMAD) als Präsident des Oberlandesgerichts Schwerin eingesetzt
1945/46

Mitglied SPD/SED

30. Sept. 1945 Autounfall und wieder Ausbruch der Tuberkulose und wochenlanger Aufenthalt im Krankenhaus; Ausweis Opfer des Faschismus (OdF) als „Kämpfer“
ab Febr. 1946 Dozent in der Volksrichterausbildung
Juli 1946 bis Ende 1956 Wohnung in Schwerin, Lübecker Str. 184
1946 Besuch seiner Tochter Eva in Berlin und Schwerin, vermittelt über die französische Militäradministration
Sommer 1946 Beginn der Richtertätigkeit in NS-Strafverfahren
2./3. Juli 1946 Vors. Richter am Oberlandesgericht Schwerin im „Richter- und Ärzte-Prozess“
16. Aug. 1946 Vors. Richter am Oberlandesgericht Schwerin im „Sachsenberg-Prozess“

Nov./Dez. 1946 bis Juni 1947

Haft von 8 ½  Monaten durch die Sowjetische Militäradministration; als „ voll rehabilitiert aus russischer Haft entlassen“

Sept. 1947 bis Jan. 1950

Hauptamtlicher Leiter der Volksrichterschule in Schwerin-Zippendorf; Senatspräsident
7. Juni 1948 Gründung der Jüdischen Landesgemeinde Schwerin, 1. Vors. bis zu seinem Weggang
12. Febr. 1949 Heirat mit der Witwe Ursula Bauer (*1918), Volksrichterin; Trauzeugen waren Generalstaatsanwalt Wilhelm Bick und Hugo Mehler sowie drei „Auschwitzer“
1950 im erweiterten Vorstand der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN)
1. Sept. 1952 Oberrichter mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Vorsitzender eines Senats beim Bezirksgericht Schwerin
Oktober 1952 vom Amt beurlaubt
22. Jan. 1953 Beschluss des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zum Anlegen eines Gruppenvorgangs „Thora“ zu Unikower und sechs weiteren Mitgliedern der Jüdischen Landesgemeinde, Vorwurf des Zionismus und Agententätigkeit
20. Febr. 1953 nach eigenen Worten „aus dem Amt geschieden“
28. Okt. 1955 Beschluss MfS zur Einstellung des Gruppenvorgangs
Aug. 1956 plant Reise nach Warschau als Mitglied des Internationalen Auschwitz-Komitees (IAK) zum Prozess gegen den SS-Arzt Carl Clauberg
Sept. 1956 Besuch seiner Tochter in Toulon
28. Okt. 1956 plötzliche Übersiedlung, noch ohne seine Frau, über das Auffanglager Berlin-Marienfelde, erhält Flüchtlingsausweis; vorübergehende Wohnadresse in Berlin
15. Dez. 1956

Mitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt a. M.; nach einem Übergang im Wohnheim Gagernstr. 36 bezieht er eine Wohnung in der Gaußstr. 21

Wiedereintritt in die SPD

1. Jan. 57 bis 30. Dez. 1960

Angestellter bei der United Restitution Organization (URO)

27. Sept. 1957

stellt Entschädigungsantrag

1958

Justitiar des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Hessen

1959 bis 1965

Zeugenvernehmungen in Vorbereitung von NS-Prozessen in Frankfurt a. Main

Dez. 1960 bis Jan. 1963

Vorstands-Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt a. Main

29. Juli 1963

Erwerb eines Hauses und Umzug nach Langen-Oberlinden

18. Aug. 1966

Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes zum 65. Geburtstag

29. Sept. 1997

Tod in Langen



Kunstdokumentation

 

Kurt Hager & Alfred Kurella

Harald Metzkes 1957

Gerhard Altenburg 1951

Buchtitel 1996

Kunstdokumentation SBZ/DDR 1945-1990. Aufsätze, Berichte, Materialien

Hrsg. Günter Feist, Eckhart Gillen, Beatrice Vierneisel. Köln 1996

Autoren:
Barbara Barsch, Eugen Blume, Hildtrud Ebert, Ursula Feist, Bruno Flierl, Thomas Flierl, Hubertus Gaßner, Simone Hain, Dieter Hoffmann, Andreas Hüneke, Fritz Jacobi, Michael Krejsa, Detlef Krell, Detlev Lücke, Bärbel Mann, Hauke Reich, Angelika Reimer, Anke Scharnhorst, Andreas Schätzke, Gudrun Schmidt, Martin Schönfeld, Ilona Schulz, Henry Schumann, Jürgen Schweinebraden, Hans Georg Sehrt, Jens Semrau, Paul Thiel, Karin & Rüdiger Thomas, AutorenPetra Uhlmann, Sabine Wolf, Ursel Wolff & die Herausgeber.

Aus der Einleitung der Herausgeber:
Unser Versuch zielt zuerst einmal auf den Abbau festgefahrener Klischees von einer so genannten Staatskunst, die allein die Kunst in der DDR ausgemacht hätte, einer quasi monolithischen Staatsgestalt der DDR. Unser Interesse richtet sich auf die Differenzierung, auf Sichtbarmachung und Entfaltung der komplizierten Kunstprozesse in der Gemengelage zwischen den von den Parteigremien formulierten kunstpolitischen Richtlinien, deren jeweiliger Umsetzung und Interpretation durch die staatlichen Kunstinstitutionen und dem Eigensinn der einzelnen Künstlerpersönlichkeiten, die trotz aller Einreden ihrem inneren Auftrag folgten.“

Bildende Kunst

Wechselbäder einer Verbandszeitschrift: Die Bildende Kunst

In: Simone Barck, Martina Langermann, Siegfried Lokatis (Hg.): Zwischen „Mosaik“ und „Einheit“. Zeitschriften in der DDR. Berlin 1999

Ein Versuch, das Auftragswesen der DDR auf dem Gebiet der bildenden Kunst zu erhellen

In: Volks Eigene Bilder. Kunstbesitz der Parteien und Massen-organisationen der DDR. Hrsg. vom Dokumentationszentrum der DDR. Berlin 1999


Siehe: Auftragswesen 1999

Helden auf Zeit.

Porträts aus dem Kunstarchiv Beeskow. Hg. Simone Tippach-Schneider

Wer sich die Mühe macht und den Blick auf das einzelne Kunstwerk und seinen Urheber lenkt, der erfährt etwas über die Instrumente der Kunst, über schöpferische Untersuchungen der eigenen Mittel, über die Wirklichkeit der Kunst und die Fähigkeit oder Unfähigkeit zum Neuvollzug. Für die einen Künstler waren dabei die äußeren Umstände in der DDR ideal, für die anderen bedeutete das gesellschaftliche System das Ende ihrer Kunst, weil die Vielfalt der künstlerischen Veränderungs- und Überschreitungsmöglichkeiten in der Kunstpolitik und -praxis reglementiert wurde.

Aus dem Katalog der Ausstellung in Beeskow, Berlin u.a., 2009ff, S. 13

(more…)

Erinnerungsarchiv

Maria Rentmeister 1946

Das Erinnerungsarchiv. Lebenszeugnisse als Quellengruppe im Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED

In: Martin Sabrow (Hg.): Verwaltete Vergangenheit. Geschichtskultur und Herrschaftslegitimation in der DDR. Leipzig 1997 (Geschichtswissenschaft und Geschichtskultur im 20. Jahrhundert, Bd. 1)

Buchtitel 1997

Nichts Aufschlußreiches„, notierte Peter Weiß im März 1975, als er für die Ästhetik des Widerstands im Zentralen Parteiarchiv (ZPA) des Instituts für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (IML) zu Willi Münzenberg recherchierte. Dass er für seinen „Kampf um die Wahrheit in der politischen Wirklichkeit“ nicht fündig werden würde, hat er mehrfach verbittert und enttäuscht festgehalten: „Unmöglich, daß Sozialisten, die ein wissenschaftl. Denken fordern, sich zufrieden geben mit einer Geschichtsschreibung, die von Anfang bis Ende gefälscht ist. Unmöglich, daß ein sozialistischer Staat sich mit einem völlig erstarrten Vergangenheitsbild lebendig entwickeln kann. Es muß aufgeräumt werden.

Was Peter Weiss aufzuspüren erhoffte, war etwas grundlegend anderes als das, was das Parteiarchiv mit seiner Sammlung von Erinnerungen bezweckte. Um den hunderten von Einzelerinnerungen, die seit Beginn der fünfziger Jahre im IML angelegt wurden, annähernd gerecht zu werden, sind sie hier unter dem Gesichtspunkt untersucht worden, unter dem sie geschrieben wurden: als Quellenmaterial für die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, die von der SED neu geschrieben wurde.

Als anschauliches Beispiel werden die Erinnerungen von Maria Rentmeister untersucht, die sie zu verschiedenen Anlässen verfasst hat.

Siehe auch: Gestalten statt beschreiben. Biographien als sozialistische Lebensberichte. In: Kunstdokumentation

Johannes R. Becher

Johannes R. Becher als Minister für Kultur 1954-1958

Aspekte zur gesamtdeutschen Kulturpolitik

Bernhard Heisig: Johannes R. Becher, Lithografie, 1979

Die Berufung von Johannes R. Becher[1] zum Minister für Kultur 1954 wurde unter dem Gesichtspunkt eines Zugeständnisses an die Kulturschaffenden des Landes nach dem Aufstand am 17. Juni 1953 gesehen, er galt als Minister der Künstler im Neuen Kurs.[2] Doch die Versprechungen der Partei hinsichtlich einer liberalen Konzeption waren, wie es Sitzungen und Tagungen schon im Juni und Juli 1953 zeigten, kein Widerruf ihrer bisherigen Kultur- und Kunstpolitik.[3] Der entsprechende Passus einer Minimalforderung im Entwurf der Entschließung vom 9. Juni entfiel auf der entscheidenden 15. ZK-Tagung im Juli ersatzlos.[4]

Die Frage stellt sich, ob SED, Regierung und nicht zuletzt die sowjetische Gewährsmacht sich nur deshalb für Becher entschieden bzw. sich Becher für die Annahme des Amtes empfahl, um die unzufriedenen Künstler zu besänftigen[5] oder war es möglicherweise eine Belohnung für die Zurückhaltung der Kulturschaffenden während des Aufstandes am 17. Juni 1953. In der Literatur wird die Berufung auch in einen Zusammenhang mit der Berliner Außenministerkonferenz im Januar 1954 gestellt.[6] Auf diese Perspektiven soll hier eingegangen werden, denn meine These ist, dass die außen- und deutschlandpolitischen Aspekte der Berufung eine große, wenn nicht die entscheidende Rolle gespielt haben.[7]

Am 31. August 1953 schlug Paul Wandel, neuer ZK-Sekretär für Kultur, gegenüber Ministerpräsident Otto Grotewohl den Außenpolitiker Anton Ackermann als Minister des neuen Ministeriums für Kunst und Literatur vor[8] und das Sekretariat des ZK der SED übernahm diesen Vorschlag auf seiner Sitzung am 2. September, jedoch solle die Reorganisation der Kulturverwaltung nicht vor Oktober erfolgen.[9] Einerseits waren die innerparteilichen Machtkämpfe noch nicht entschieden und erst auf der 15. ZK-Tagung Ende Juli 1953 fiel die endgültige Entscheidung zugunsten Walter Ulbrichts; im Zuge dieser Säuberung wurde u.a. Ackermann aus dem Politbüro entfernt.[10] Darüber hinaus wartete man aber auch noch auf die Zusage der sowjetischen Seite zur Viermächte-Außenministerkonferenz in Berlin, die für den Westen „überraschend[11] am 26. November eintraf. Am gleichen Tag ließ Ulbricht, der bereits im September von Zweistaatlichkeit gesprochen hatte,[12] eine Regierungserklärung veröffentlichen. Darin war wieder von der Forderung „Deutsche an einen Tisch“ und „gesamtdeutschen Gremien“ die Rede, die seit dem Brief Otto Grotewohls an die Bonner Regierung im November 1950 die Forderungen um einen Friedensvertrag und freie Wahlen begleitet hatten. Damals waren in der Bundesrepublik unter aktivem Einfluß von SED und KPD zahlreiche Komitees und Ausschüsse mit Gegnern der Remilitarisierung entstanden, die „Persönlichkeiten“ aus Politik, Wissenschaft, Kirche und Kultur aus beiden deutschen Staaten mit dem Ziel eines „Gesamtdeutschen Konstituierenden Rates“ zusammenführen sollten.[13] Jetzt forderte dies Ulbricht wieder mit dem Ziel einer „Provisorischen Gesamtdeutschen Regierung„.

Am 9. Dezember 1953 schrieb Johannes R. Becher an Walter Ulbricht: „Die politische Situation, wie sie mit dem Stattfinden der Berliner Konferenz heranreift, macht es dringend nötig, die Bildung dieses Ministeriums unverzüglich vorzunehmen. Die Bildung solch eines Ministeriums würde den Vorschlag der Bildung eines gesamtdeutschen Gremiums zweifellos stark unterstützen, darüber hinaus aber vor allem dem Kulturschaffen ganz Deutschlands einen neuen Aufschwung geben.[15] Kurz vor Beginn der Konferenz drängte er nochmals auf das Mitspracherecht eines solchen Gremiums: „Nichts ist in diesem historischen Augenblick so gefährlich als die durchaus irrige Annahme, daß angesichts der Viermächtebesprechung für uns Deutsche nichts anderes zu tun übrigbleibe als zu warten. Wer in solchem Augenblick abwartet, gibt sich selbst auf, während gerade in diesem Zeitpunkt außerordentliche Möglichkeiten bestehen, daß wir unter uns Deutschen selber zum Verhandeln kommen und zum Handeln.[16] Aus den Worten Bechers spricht seine Überzeugung, Wirkung im gesamtdeutschen Rahmen entfalten zu können, erst recht als Mitglied der Regierung.

Eine heftige Debatte über gesamtdeutsche Kulturpolitik und die Funktion eines gesamtdeutschen Gremiums fand auf der Präsidiumssitzung der Deutschen Akademie der Künste am 17. Dezember statt. Hier standen sich zwei Positionen gegenüber. So meinte mit Bertolt Brecht die Mehrheit der Versammelten, die Akademie sei das gesamtdeutsche Gremium, sie müsse nur um ihrer Glaubwürdigkeit willen in ihrer Eigenständigkeit und ihren Handlungsmöglichkeiten gestärkt werden.[17] In diesem Sinn hatte Brecht kurz zuvor am 11. Dezember an Becher geschrieben: „Wir sollten also einfach ein provisorisches Gremium aufstellen, das zunächst für die DDR Vollmachten hat, und die Westdeutschen auffordern, dafür zu sorgen, daß ein vollständiges in ganz Deutschland arbeitsfähiges Gremium zustande kommt.[18] Auch schlug er Personal für das neue Amt vor, deren Namen Akademiedirektor Rudolf Engel zustimmend an Becher weiterleitete. Als Staatssekretäre wünschte man Anton Ackermann und Erich Wendt und als ausgewiesene Fachleute Gustav Just für Literatur, Gerhard Strauss oder Heinz Mansfeld für bildende Kunst, Nathan Notowicz oder Hans Pischner für Musik sowie Mischa – Markus – Wolf als Leiter der Abteilung Kulturelle Beziehungen mit dem Ausland.[19] Alle Genannten, einschließlich Markus Wolf, der gerade mit dem Aufbau der Auslandsspionage begann, hatten nach Stalins Tod im März 1953 für Reformen in Partei und Staat gestanden.

Becher dagegen hatte seine Haltung inzwischen der stalinistischen SED-Linie angepaßt. Noch anläßlich seiner Wahl als Präsident im April 1953 hatte auch er die Akademie als eine eigenständige Institution mit gesamtdeutscher Ausstrahlung konzipiert.[20] Im Dezember nun versuchte er die enttäuschten Akademiemitglieder für ein neues Gremium zu gewinnen, das in der Bundesrepublik die Konfrontation unter den Kritikern der Bonner Westpolitik verschärfen sollte.[21] Das entsprach den Zielen Ulbrichts, der dem Politbüro gerade einen neu gegründeten Propaganda-„Ausschuß für Deutsche Einheit“ unterstellte.[22] Dessen Aufgabe sollte sein: die Aktionseinheit herzustellen, die „Zerschlagung und Lahmlegung der Gewerkschaften“ zu verhindern, in der CDU zu „differenzieren“ und „im gesamten Bürgertum die positiven Teile für den patriotischen Kampf“ betreffend Frieden und Einheit „zu gewinnen„.[23] Becher wurde Mitglied im Ausschuß, dessen einflußreicher Sekretär Albert Norden war.

Die Entscheidung für Johannes R. Becher scheint spät gefallen zu sein, zumindest lassen sich bisher keine weitere Diskussionen in den (deutschen) Quellen finden, auch nichts zur erforderlichen Zustimmung des Sowjetischen Hochkommissariats. In der Sitzung des Ministerrats vom 7. Januar mit der feierlichen Berufung Bechers vor geladenen Künstlergästen rekapitulierte Otto Grotewohl die aus Sicht der DDR großen Erfolge in der Kulturpolitik, deren Grundlagen unumstößlich seien. [24] Bezogen auf die aktuelle Situation hieß es: „Wenn der Ministerrat sich entschliesst, dieses Ministerium gerade jetzt in die Arbeit zu stellen, so hat das seine besondere Bedeutung in der Tatsache, dass die Gesamtheit der deutschen Kultur als das unerschütterliche und unantastbare Gut aller Deutschen vor der Berliner Konferenz laut und vernehmlich sichtbar gemacht werden muß. Wir wünschen, dass diese Aufgabe von diesem Ministerium in Angriff genommen wird, weil wir mit Recht glauben, dass die auf der deutschen Muttersprache basierende Kultur der Deutschen das unzerreißbarste Band zwischen Ost- und Westdeutschland ist. Dieses Band muss geknüpft, gepflegt und gefestigt werden.

Die Reden von Otto Grotewohl und Johannes R. Becher waren politisch zurückhaltend, in ihnen wurde explizit nicht von gesamtdeutscher Kulturpolitik, lediglich von kultureller Einheit gesprochen. Was Becher selbst konkret nannte, waren innenpolitische Ziele, und zwar die Förderung einer „grossen Volkskunstbewegung“ als kulturelle Massenbasis, und einen „neuen kollektiven Arbeitsstil“ als Kritik an der ehemaligen Staatlichen Kunstkommission, wohl kaum an der Parteiführung unter Ulbricht, die noch im Sommer die Auseinandersetzungen um den Ersten Sekretär geprägt hatte. Insgeheim ist man auf dem Rückzug, was die „Wiederherstellung der nationalen Einheit Deutschlands“ betrifft, der Begriff einer ideellen nationalen Einheit begann den der staatlichen Einheit zu ersetzen.[25] Dafür war Becher damals die richtige Wahl, der sich als gesamtdeutscher Dichter verstand und in seinen Auftritten und Ansprachen eine nationale deutsche Kultur beschwor, zumal es in der Bundesrepublik keinen „nationalen“ Kultusminister gab und Kulturpolitik Ländersache war. Mit ihm, so war die Erfahrung, konnte konservatives Bildungsbürgertum in Westdeutschland gewonnen werden, mit dem man sich in der Abwehr der amerikanischen „Überfremdung“ und der „Flut des Ungeistes[26] einig war.[27] Das war ein neues Kampffeld, denn der Widerstand gegen die Remilitarisierung war nicht mehr opportun, nachdem die DDR inzwischen sichtbar den Aufbau einer Volksarmee organisierte.

Johannes R. Bechers Berufung steht im Rückblick für ein wohlfeiles Angebot in der Zeit des Übergangs, in der sich die Deutschlandpolitik grundlegend änderte und wofür die Berliner Konferenz als Zäsur gilt[28], auf die 1955 die entscheidenden Schritte für neue Strukturen der internationalen Politik folgten. Er diente als repräsentativer Kopf der Behörde, in die ansonsten kaum verändert das Personal der ehemaligen Kunstkommission übernommen wurde, und entgegen der ursprünglichen Absicht blieb auch das mächtige Amt für Literatur und Verlagswesen und damit die Zensur weiterhin dem Ministerrat unterstellt[29] und die Akademie die weitgehend von der Politik abhängige Institution. 1955 war in den Arbeitsplänen des MfK von der Bildung gesamtdeutscher Gremien nicht mehr ausdrücklich die Rede[30] und zur gleichen Zeit begannen Diskussionen über die Definition einer eigenstaatlichen Kultur. Sie waren mit der Kulturkonferenz im Oktober 1957, die nun eine „sozialistische Nationalkultur“ verkündete, vorerst beendet; „gesamtdeutsch“ war nur noch ein organisatorischer Begriff, keine politische Forderung mehr.[31]

Was sich Becher von seinem Amt erhofft hat, bleibt durch sein ständiges Lavieren zwischen Macht- und Kunstpolitik unklar; da er nie eine eindeutige Haltung bezog, wurde er aufgerieben. Im Juni 1955 schilderte er in einem ausführlichen Brief an Ulbricht, daß ihm seine gesundheitlichen Beschwerden[32] keine langen Sitzungen erlauben und bat, diese einschränken zu dürfen, was ihm gewährt wurde.[33] Noch dringender war die Bitte an die Genossen des Politbüros im September, „mich sobald es irgendwie möglich ist, von der Funktion eines Ministers für Kultur zu befreien: ich bin gesundheitlich nicht in der Lage, den Anforderungen, wie sie solch eine Funktion an mich stellt, zu genügen„.[34] Die Vorlage wurde jedoch unbehandelt zurückgestellt und von einem Rücktritt, wenn es denn so gemeint war, war nicht mehr die Rede. Aber Anfang November wurde er bis auf weiteres krank geschrieben. Die eigentlichen Geschäfte der Verwaltung hatte sowieso immer Alexander Abusch geführt.

Die Linie der repressiven Ulbrichtschen Kulturpolitik hat Becher öffentlich nie in Frage gestellt und seine Haltung 1956/57 zu Ungarn resp. Georg Lukacs und in den „Revisionisten“-Prozessen zeigen einen gebrochenen Mann. Auf der Kulturkonferenz 1957 sprach er von der „verspielten Macht“ im Sinne Lenins, die schlimmer sei als ein mißlungener Aufstand und meinte selbstkritisch: „Nun, von der Macht, die uns, dem Ministerium für Kultur, anvertraut wurde, haben wir, – habe ich, ich will von mir allein sprechen, kleinmütig Gebrauch gemacht.“[35] Doch politische Macht hatte Becher nur so viel und solange, wie Ulbricht ihn stützte, eine wenn auch schwache und fast trotzige Haltung gegenüber dem offiziellen Kurs nahm er jedoch wahr. Auf den Kollegiumssitzungen, auf denen er direkt Einfluß auf die Arbeit des Ministeriums hatte, konnte er vieles ermöglichen. Ulbricht habe ihn „gewähren“ lassen, so Werner Mittenzwei[36] und Becher, kann man hinzufügen, seine Mitarbeiter. Für sie blieb die gesamtdeutsche Arbeit noch lange motivierender Anspruch, sie hat er immer wieder zu selbständigem Handeln aufgefordert, ihnen Freiräume zu eigenen Initiativen gelassen und sie vor Eingriffen der Partei zu schützen versucht.[37] Dem ist zu verdanken, daß viele Zeitgenossen diese Jahre als relativ freizügiges Schalten und Walten erinnern.[38]

Das gesamtdeutsche Programm

Ein gesamtdeutsches kulturpolitisches Gremium hatte Ulbricht in seiner Regierungserklärung vom 25. November 1953 versprochen.[39] Grotewohl zitierte ihn nochmals am 7. Januar. Man sei bereit, „die Voraussetzungen für vollkommene Verbreitungsfreiheit für alle deutschen Bücher, Zeitschriften, Filme und andere künstlerische Erzeugnisse auf dem Territorium ganz Deutschlands zu schaffen.“ Ausgenommen seien, nach dem Diktum Brechts, alle Werke, die Krieg und Haß unter den Völkern verbreiten. Man wolle sich einigen auf ein „gesamtdeutsches Gremium der namhaftesten humanistischen Schriftsteller, Verleger, Künstler und Wissenschaftler „. Dieser Körperschaft soll das Recht der Entscheidung übertragen werden. Bestrebt, den kriegerischen Schund und Schmutz aus der Literatur und Erziehung zu verbannen, erklärt die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik ihre Bereitschaft, das Urteil dieses Gremiums der grössten Humanisten Deutschlands voll und ganz zu respektieren.[40] Der affektiv formulierte Kampf gegen Schund und Schmutz in der westdeutschen Literatur war ein Lieblingsthema Bechers und es fand Eingang in die erste Programmerklärung des MfK vom März 1954 mit dem Titel Zur Verteidigung der Einheit der deutschen Kultur.[41] Dieses Dokument entsprach dem Aktionsprogramm vom IV. Parteitag Ende März 1954, das forderte, solche Programme für alle Ministerien aufzustellen,[42] wobei man sich auf einen Vorschlag des sowjetischen Außenministers W. M. Molotow berief, „gesamtdeutsche Komitees auf den Gebieten der kulturellen und sportlichen Beziehungen“ zu bilden.[43] Wortreich kündete das Programm von „Annäherung, Zusammenarbeit und einer Verständigung zwischen den Deutschen in Ost und West“ zur „Wahrung und Verteidigung der deutschen Kultur“ und stellte einen umfangreichen, freilich illusorischen Forderungskatalog auf: Austausch und Zusammenarbeit aller kulturellen Verbände und Institutionen in allen künstlerischen Sparten.

In den folgenden vier Jahren nahmen die Mitarbeiter des Ministeriums alle Möglichkeiten wahr, gesamtdeutsche und, nach 1955, europäische Kulturpolitik mit Erfolg zu betreiben, koordiniert von der Hauptabteilung Kulturelle Beziehungen mit dem Ausland unter Maria Rentmeister und der Abteilung Kulturelle Einheit unter Rudolf Jahnke[44]. Über die Vielfalt der Kontakte, Treffen und gemeinsamen Veranstaltungen wurde in der DDR sicherheitshalber offiziell gar nicht erst informiert, in der Bundesrepublik, wo sie in westdeutschen Fachzeitschriften und archivierten Informationsblättern nachzulesen sind, bestand andererseits immer die Gefahr des Verbots oder die von Repressalien gegen die Veranstalter. Zunehmend jedoch punktete das DDR-Ministerium mit der Qualität der traditionell berühmten Theater und Musikkörper in Berlin, Leipzig und Dresden und ihre viel beachteten Aufführungen gehörten zum Rahmenprogramm zahlreicher gesamtdeutscher Veranstaltungen in der Bundesrepublik. Ausgesprochen erfolgreich im Westen waren auch die professionellen volkskünstlerischen Tanz- und Musik-Ensembles. Auf dem Gebiet der Kunst – Berufs- und Volkskunst gleichermaßen[45] – erwuchs eine ideelle Konkurrenz, die beeindruckender war als alle Politaktionen.

Wissenschaftliche Gespräche in der indirekten Form von Rede und Gegenrede vor ausgewähltem Publikum waren ein viel praktiziertes Medium der kulturellen Verständigung. Sie wurden u.a. von zwei gesamtdeutschen Gruppierungen organisiert: von der Deutschen Bewegung[46] und dem Deutschen Kulturtag. Über den Kulturbund liefen Organisierung und (Teil-)Finanzierung, die Parteivorstände von SED und westdeutscher KPD genehmigten die entsprechenden Vorlagen. Die Gesprächsrunden der Deutschen Bewegung fanden bis Mai 1958 und fast ausschließlich in der Bundesrepublik statt.[47] Ambitionierter war der Deutsche Kulturtag, wobei sich die Mitgliedschaften überschnitten. Initiator und Vorsitzender des Kulturtages war der Münchner Anthropologe und Arzt Karl Saller,[48] der mit seiner konservativen Haltung viele Bundesbürger, aber auch die bürgerlichen Wissenschaftler der Generation, die sich im Kulturbund organisierte,[49] anzusprechen vermochte. Allgemeinster Bezugspunkt war die Einheit der Kultur, die Kritik an der westdeutschen politischen Entwicklung und der Wunsch nach mehr Mitsprache in der Deutschlandpolitik. Auf dem Programm standen fachliche Dispute unter Wissenschaftlern über die drängenden Fragen der Zeit: das Verhältnis Staat und Gesellschaft, die Definition von Freiheit und Individualität, der Begriff der Nation und des Politischen überhaupt usw. Noch waren es fruchtbare Auseinandersetzungen, denn man verstand sich gemeinsam im bildungsbürgerlichen Habitus. Auch war es dem unerschrockenen Saller weitgehend gelungen, sich dem Einfluß von kommunistischen „Instrukteuren“ zu entziehen.[50]

Bereits die erste Jahrestagung des Deutschen Kulturtages Ende Oktober 1952 in Bayreuth, mit Johannes R. Becher als Präsident des Kulturbundes, geriet zu einem öffentlichen und vermutlich provozierten Ärgernis: sie wurde prompt von den bayerischen Behörden verboten.[51] Daraufhin gab man das sogenannte Bayreuther Notprogramm heraus, das in seinen konkreten Forderungen dem späteren Märzprogramm des Ministeriums entsprach.[52] Trotz aller Schwierigkeiten wurde der Kontakt gehalten und erfolgreiche Jahrestagungen fanden in Heidelberg 1955[53], München 1956[54] und Hamburg 1957[[55] statt.

Auf der Jahrestagung im Mai 1958 in Dresden, wenige Monate nach der Kulturkonferenz der SED, wurden die Gegensätze forciert und Alfred Kurella, seit Oktober 1957 höchster Kulturfunktionär der SED, war entscheidend an der Verschärfung beteiligt, an deren Ende die Spaltung des Deutschen Kulturtages stand.[56] Mit Kurella wurde eine „Korrektur an der bisherigen programmatischen Zielsetzung des Deutschen Kulturtages“ beschlossen, wozu gleich auf dem ersten Sitzungstag – auf heimischem Boden – eine „prinzipielle Auseinandersetzung mit der Theorie und Praxis der einheits- und volksfeindlichen Kräfte in Westdeutschland“ geplant wurde.[57] Damit waren die Verständigungsofferten aufgekündigt. Doch trotz aller Kontrolle der DDR-Behörden war kritischen westdeutschen Teilnehmern die Einreise gelungen, die dann die ebenso prinzipielle Kritik an den staatlichen Repressionen vortrugen, denen sie nicht zuletzt in Dresden auf Schritt und Tritt ausgesetzt waren. Vor allem aber die Äußerungen in der Presse von Alexander Abusch, Wilhelm Girnus, Kurt Hager, Becher und Ulbricht zur neuen sozialistischen Kulturpolitik verstanden die Gäste als Aufkündigung der Zusammenarbeit.[58] Während auf der einen Seite nun marxistisch-leninistisch geschulte Wissenschaftler die Diskussionen beherrschten und als Kollektiv den SED-Staat repräsentierten, standen ihnen Einzelpersonen gegenüber, die die pauschalisierenden Faschismus- und Militarismusvorwürfe gegenüber der BRD nur noch als verletzend empfanden, hatten sie sich doch seit Jahren als Gegner der Bonner Deutschlandpolitik dem westlichen Konsens entzogen und saßen mittlerweile zwischen allen Stühlen. Inzwischen war eine kaum noch überbrückbare Kluft entstanden. Die Zusammenarbeit auf der Ebene persönlicher Begegnungen und Initiativen war 1958 beendet, jetzt konzentrierte sich die DDR auf den Ausbau von eigenen Gesellschaften[59] mit straffen Strukturen und dem Ziel internationaler Einbindung.[60] Durch den demokratischen Zentralismus im Strukturaufbau und zunehmend Inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit behielt man dabei die Kontrolle über Personen und Inhalte.

Das Ende

Das definitive Ende der Ära Becher begann am 18. Juli 1957 und die folgenden Vorgänge erlaubten den erwünschten scharfen Schnitt in der Kulturpolitik.[61] An diesem Tag reichte das Ministerium dem Präsidium des Ministerrats die von Becher gezeichnete Vorlage 206 „über die Zahlung von Urheber- und Verlagsrechten an die Bundesrepublik Deutschland und an das Ausland“ ein, in der ein Nachtrag zum Haushalt in Höhe von 4,5 Millionen Verrechnungseinheiten (VE) beantragt wurde.[62] Die Beträge waren aus Lizenzen entstanden, denn das Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel (MAI) habe, wie die Begründung lautete, in den Interzonen-Verhandlungen seit 1954 „wiederholt den 100%igen Transfer der Verbindlichkeiten aus Urheber- und Verlagsrechten gegenüber der Bundesrepublik Deutschland zugesagt„,[63] d.h. die Überweisung in Valuta.[64] Sie war Voraussetzung für die angestrebte Aufnahme des Amtes zur Wahrung der Aufführungsrechte (AWA) in die Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs (CISAC).[65] Ulbricht begründete die Ablehnung der Vorlage 206 damit, die Devisenausgaben seien „nicht nur völlig überflüssig„, sondern „zum Teil gegen die Entwicklung einer fortschrittlichen Kultur“ in der DDR gerichtet[66] und übergab sie der Zentralen Kommission für Staatliche Kontrolle (ZKSK).[67]

Der Bericht der ZKSK lag am 20. August 1957 in einer 50-seitigen Analyse vor und resümierte: „Die entstandene Lage ist so ernst, daß das internationale Ansehen der DDR in Verruf gerät und daß die materielle Fortführung kultureller Institutionen wie von Theatern und Verlagen in dem bisherigen Umfange akut in Gefahr ist. Das Versagen würde dadurch offenkundig werden.“[68] In seinem Anschreiben hob Ernst Wabra, der amtierende Vorsitzende der ZKSK, hervor: „Obwohl die entstandene Lage ökonomisch sehr schwerwiegend ist, muß nach meiner Auffassung als viel ernster die Tatsache beurteilt werden, daß unsere Kulturpolitik zu einer tiefgreifenden Abhängigkeit von Westdeutschland geführt hat. Das ist besonders verhängnisvoll auf den Gebieten, die für die Beeinflussung breiter Massen der Bevölkerung im täglichen Leben am wirksamsten sind.[69]

Die Argumentation der Staatlichen Kontrollkommission zeigt das Dilemma: Rücksicht auf die internationale Reputation, indem man den Orchestern und Theatern Selbständigkeit bei ihren Vertragsabschlüssen zugestand hieß zugleich, die westliche Unterhaltungsindustrie in der DDR zu dulden, was nicht sein durfte. Mit dem Bericht war das Urteil über die Arbeit des Kulturministeriums gefällt und in den folgenden Monaten untersuchten die Zentrale Staatliche Kontrolle, die Zentrale Parteikontrolle und die Staatssicherheit in enger Zusammenarbeit die Vorgänge im Ministerium. Am Ende, im März 1958, beschloß das Politbüro u.a., Maria Rentmeister zu entlassen, Rudolf Jahnke wurde verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Johannes R. Becher wurde mit Datum seines Geburtstags im Mai „pensioniert„, doch durch seine fortschreitende Krankheit und den Tod im Oktober wurde diese Entlassung vor 1989 nie bekannt.[70]

Inzwischen machte sich der Generationenwechsel in beiden deutschen Staaten bemerkbar und eine neue und von anderen Fragen als denen nach „deutscher Nationalkultur“ geleitete Generation vor allem der Künstler begann sich öffentlich zu äußern. Die Auseinandersetzung über einen neues Kulturverständnis kann in beiden Teilen Deutschlands verfolgt werden, wo die tümelnde Volkskultur wie die elitäre Hochkultur Konkurrenz bekamen, indem sich, von den jeweiligen Blockmächten beeinflußt, die bis heute vorhandene kulturelle Differenz zu entwickeln begann. Mitte der fünfziger Jahre fing man in der Bundesrepublik an, sich „gegen den Alleinvertretungsanspruch einer idealistisch umwölkten Hochkultur[71] zu wehren und im Zuge der „Amerikanisierung“ gewann „Massenkultur“ den Aspekt demokratischer Breitenkultur. Parallel wurde in der DDR die betriebliche kulturelle Massenarbeit organisiert[72] die als Komponente der Sozialistischen Nationalkultur der Berufskunst gleich gestellt wurde. 1959 erhob die Bitterfelder Konferenz diese seit Jahren geförderte Zusammenarbeit der geistigen und materiellen Produzenten zum richtungweisenden Programm. Es war zugleich auch ein Gegenentwurf zur Kunstdoktrin Johannes R. Bechers, deren künstlerische Emphase nicht mehr zeitgemäß war.

Erweiterte unveröffentlichte Fassung (2004) des Kapitels „Der Minister“ aus Rudolf Jahnke


[1] Archive: Bundesarchiv Berlin; Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin. Ausführlich zur Biografie zuletzt: Jens-Fietje Dwars, Abgrund des Widerspruchs. Das Leben des Johannes R. Bechers. Berlin 1998; ders., Johannes R. Becher. Triumph und Verfall. Eine Biographie. Berlin 2003; Alexander Behrens, Johannes R. Becher. Eine politische Biografie. Köln, Weimar 2003.

[2] Bundesarchiv (BA), DC 20/I/3/212, Bl. 9-24: Ministerrat, 7.1.54; Neues Deutschland, 8.1.54.

[3] Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO-Barch), DR 1/6199: Kollegium, 22.6.53; NY 4090/538: Grotewohl, Aussprache mit den Kulturschaffenden am 19.10.53; Neues Deutschland, 24.10.53.

[4] Helmut Müller-Enbergs, Der Fall Rudolf Herrnstadt. Tauwetterpolitik vor dem 17. Juni. Berlin 1991, S. 312: im Entwurf hieß es noch: „Wissenschaft und Kunst muß auf dem Gebiete des wissenschaftlichen und künstlerischen Schaffens die Möglichkeit gesichert werden, verschiedene Auffassungen zum Ausdruck zu bringen.“

[5] Siegfried Prokop, Intellektuelle im Krisenjahr 1953. Enquête über die Lage der Intelligenz der DDR. Analyse und Dokumentation. Schkeuditz 2003.

[6] Werner Mittenzwei, Die Intellektuellen. Literatur und Politik in Ostdeutschland von 1945 bis 2000. Leipzig 2001, S. 123-126; Dwars 1998, S. 705ff.

[7] Zur kontrovers diskutierten deutschlandpolitischen Forschung über die Monate nach Stalins Tod exemplarisch: Elke Scherstjanoi, Die sowjetische Deutschlandpolitik nach Stalins Tod 1953. Neue Dokumente aus dem Archiv des Moskauer Außenministeriums. In: VfZ 1998, H. 3, S. 497-549; Wilfried Loth, Stalins ungeliebtes Kind. Warum Moskau die DDR nicht wollte. München 1996; Gerhard Wettig, Die beginnende Umorientierung der sowjetischen Deutschland-Politik im Frühjahr und Sommer 1953. In: Deutschland Archiv 28.1995, H. 5, S. 495-507; Müller-Enbergs, Anm. 4.

[8] SAPMO-BArch, NY 4090/531, Bl. 109f., 31.8.53

[9] SAPMO-BArch, DY 30/J IV 2/3/396.

[10] Vgl. Wilfriede Otto: Die SED im Juni 1953. Interne Dokumente. Berlin 2003.

[11] Hermann-Josef Rupieper, Die Berliner Außenministerkonferenz von 1954. In: VfZ 34. 1986, S. 427-453, hier S. 430.

[12] Nikolaus Katzer, Eine Übung im kalten Krieg. Die Berliner Aussenministerkonferenz von 1954. Köln 1994, S. 168.

[13] Heike Amos, Die Westpolitik der SED 1948/49-1961. „Arbeit nach Westdeutschland“ durch die nationale Front, das Ministerien für Auswärtige Angelegenheiten und das Ministerium für Staatssicherheit. Berlin 1999; B. Vierneisel, Volksbefragung 1951, unveröff. MS.

[14] Neues Deutschland, 26.11.53. – Zur Funktion eines gesamtdeutschen Gremiums als Beratungsgremium während der Konferenz s. Katzer, Anm. 11, S. 159.

[15] SAdK, Becher-Archiv, 13312; so auch die Resolution des Kulturbundes in: Aufbau 12.1953, S. 1034f.

[16] Johannes R. Becher, Publizistik IV: 1952-1958. Berlin-Weimar 1981 (Ges. Werke Bd. 18, hrsg. vom Johannes-R.-Becher-Archiv der Akademie der Künste der DDR), S. 227f.

[17] Stiftung Archiv der Akademie der Künste (SAdK), Zentrales Akademie-Archiv (ZAA), 118, Präsidium, 17.12.53.

[18] Bertolt Brecht, Briefe 3 (Bertolt Brecht Werke, Bd. 30). Berlin, Weimar, Frankfurt/M. 1998, S. 223f.

[19] SAdK, ZAA, OM 25, Akte Becher, Bl. 48f., Engel an Becher, 19.11.53.

[20] SAdK, ZAA 118, Präsidium, 23.4.53.

[21] SAdK, ZAA 118, Präsidium, 17.12. und 29.12.53.

[22] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/2/342, Politbüro, Beschluß 15.1.54; Amos, Anm. 13, S. 258-267.

[23] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/2/323, Politbüro, 15.9.53.

[24] BA, DC 20/I/3-212, 7.1.54, Bl. 9-24; Neues Deutschland, 8.1.54.

[25] Vgl. Sigrid Meuschel: Legitimation und Parteiherrschaft in der DDR. Zum Paradox von Stabilität und Revolution in der DDR 1945-1989. Frankfurt a.M. 1992, S. 274ff.

[26] Becher, Anm. 16, S. 234, 240.

[27] Vgl. Michael Ermarth, >Amerikanisierung< und deutsche Kulturkritik 1945-1965. Metastasen der Moderne und hermeneutische Hybris. In: Konrad Jarausch, Hannes Siegrist (Hg.), Amerikanisierung und Sowjetisierung in Deutschland 1945-1970. Frankfurt a.M., New York 1997, S. 315-334.

[28] Rupieper, Anm. 11; ders., Verpaßte Chancen? Ein Rückblick auf die deutschlandpolitischen Verhandlungen 1952-55. In: Wilfried Loth (Hg.): Die deutsche Frage in der Nachkriegszeit. Berlin 1994, S. 205; Katzer, Anm. 12; Amos, Anm. 13, S. 188-193.

[29] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/2/340, 5.1.54, erst 1956 wurde das ALV dem MfK eingegliedert. Vgl. Simone Barck, Martina Langermann, Siegfried Lokatis, ‚Jedes Buch ein Abenteuer‘. Zensur-System und literarische Öffentlichkeiten in der DDR bis Ende der sechziger Jahre. Berlin 1997, S. 19-60.

[30] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/906/91, Bl. 1-13 und 67-85: Arbeitspläne 1954/55; DR 1/7884, Bl. 63-71: u.a. Neuorganisation der gesamtdeutschen Arbeit auf Grund des Kollegiumsbeschlusses v. 18.5.55; SAPMO-BArch, NY 4182/931, Bl. 328-344: Analyse der Abt. Kultur ZK der SED auf der Grundlage der Zwei-Staatlichkeit, 20.9.55.

[31] Für eine sozialistische deutsche Kultur. Thesen der Kulturkonferenz der SED, Berlin 1957.

[32] Vgl. dazu Behrens, Anm. 1, S. 296, 300.

[33] SAdK, Becher-Archiv, 13367. – Abdruck in: Carsten Gansel (Hg.), Der gespaltene Dichter Johannes R. Becher. Gedichte, Briefe, Dokumente 1945-1958. Berlin 1991, S. 131ff.

[34] SAPMO-BArch, DY 30/4573: Beschlußauszüge des Politbüros, Brief v. 13.9.55.

[35] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/101/408, Bl. 146-151.

[36] Mittenzwei, Anm. 6, S. 125.

[37] Vgl. Beatrice Vierneisel, Rudolf Jahnke (1920-1981) – Ein >Manager< in der DDR. Aspekte der Kulturpolitik in den fünfziger Jahren (Hg. Der Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR). Schwerin 2002, S. 70-95 und Dokumente.

[38] Vgl. u.a. Hans Mayer, Der Turm zu Babel. Erinnerung an eine Deutsche Demokratische Republik. Frankfurt a.M. 1991.

[39] Neues Deutschland, 26.11.53; Sonntag, 29.11.53.

[40] BA, DC 20/I/3/212, Bl. 19.

[41] SAPMO-BArch, NY 4090/531, Bl. 170-239; Abdruck in: Becher, Anm. 15, S. 229-279. Vgl. BA, DR 1/25: Abusch koordinierte die Erstellung der Programmerklärung.

[42] SAPMO-BArch, NY 4090/408, Bl. 83-217: u.a. zu den Schwierigkeiten der Durchsetzung.

[43] BA, DR 1/7896, Pressevorstellung der Programmerklärung v. 24.3.54; vgl. auch Keesing’s Archiv der Gegenwart, 18.2.54, S. 4387.

[44] Vierneisel, Anm. 37.

[45] Auch in der BRD wurden politische Veranstaltungen mit volkskünstlerischen Rahmenveranstaltungen versehen, denn die Tradition der Arbeiterkulturbewegung war in beiden Staaten noch präsent.

[46] SAPMO-BArch, DY 27/850: Bildung im November 1954 in Berlin, ihre Vorsitzenden waren die Historiker Dr.Dr. Wilhelm Gerstacker (West) und Prof. Dr. Alfred Meusel (Ost).

[47] SAPMO-BArch, DY 27/2593: Gespräche 1955-58.

[48] Geb. 1902 in Kempten, Studium Anthropologie und Medizin in München und Kiel, Privatdozent in Kiel und Göttingen bis 1935; Entlassung wegen seiner Stellungnahme zur NS-Rassenlehre; private Praxis in Badenweiler, im 2. Weltkrieg Dienst als Arzt. 1945 Leiter des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart, 1948 Berufung nach München als Direktor des Anthropologischen Instituts der Universität, als Arzt leitete er eine Privatklinik, die ihm Unabhängigkeit verlieh; verh. mit einer Russin, gest. 1969; vgl. Volker Zimmermann, Karl Saller und die Einrichtung eines >Lehrstuhls für Rassenhygiene< an der Georg-August-Universität Göttingen. In: Medizingeschichte und Gesellschaftskritik. Festschrift für Gerhard Baader. Hrsg. von Michael Hubenstorf u.a. Husum 1997 (Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Bd. 81), S. 366-377.

[49] Vgl. Ralph Jessen, Akademische Elite und kommunistische Diktatur. Die ostdeutsche Hochschullehrerschaft in der Ulbricht-Ära (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Bd. 135). Göttingen 1999.

[50] SAPMO-BArch, DY 27/881: Tagung Bayreuth 1952, darin Saller, Offener Brief an Bundespräsident Prof. Theodor Heuss v. 26.10.52; SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/2026/43: Saller, 6.2.60, Bl. 69-79: Abschrift eines Briefes von Saller an Hugo Bergmann, Kulturbund; Saller wies hier die Vorwürfe des Buches „Die trojanische Herde“ zurück, das 1959 im Kölner Verlag für Politik und Wirtschaft herauskam; Autor war, unter dem Pseudonym Karl Richter, Werner Sticken, Mitarbeiter Sallers 1951/52 und langjähriger Verbindungsmann der SED für Kultur in der Bundesrepublik, bevor er die Seiten wechselte.

[51] SAPMO-BArch, DY 27/881, darin: Von der Verantwortung des deutschen Geistes. Die deutsche Kulturtagung in Bayreuth 1952. Hrsg. von Prof. Dr. Otto Schwarz. O.O. (Berlin), o.J., (Broschüre); sie hat zwar einen ostdeutschen Herausgeber, erschien aber wohl nur in der BRD, wo sie sofort beschlagnahmt wurde. Zum Prozeß, der im Juni 1954 zugunsten Sallers ausging, s. auch ebd. DY 27/882; BA, DR 1/292; SAdK, Becher-Archiv, 14574-14610.

[52] SAPMO-BArch, DY 27/881.

[53] SAPMO-BArch, DY 27/359.

[54] SAPMO-BArch, DY 27/2162, darin: Von der Zukunft der deutschen Kultur. Bericht über die Jahrestagung 1956 des Deutschen Kulturtages in München. Mit einer Dokumentation 1953-1956. O.O., o.J. (Broschüre).

[55] SAPMO-BArch, DY 27/2163.

[56] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/2026/112, ebda. Bl. 77: Anfang 1959 versuchten Saller und Mette wieder ins Gespräch zu kommen.

[57] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/2026/112, Bl. 52-57.

[58] SAPMO-BArch, DY 27/2159-2161, darin: Gegenwartsfragen deutscher Kulturpolitik. Deutscher Kulturtag – Jahrestagung Dresden 1958. München , o.J. (Schriftenreihe des Deutschen Kulturtages, H. 2), (Broschüre). Thema der Tagung war „Unsere Verantwortung vor der Jugend“, im Februar stand noch der Soziologe Helmut Schelsky als Referent im Programm, von dem gerade erschienen war: Die skeptische Generation. Eine Soziologie der deutschen Jugend. Düsseldorf 1957. – Ein Tagungsbericht in der Berliner Zeitung v. 22.5.58 läßt die harte Konfrontation nur ahnen, vgl. dazu den Abschlußbericht in DY 27/2159.

[59] BA, DR 1/7884, Bl. 224-230: Dr. Georg Münzer, Justitiar des MfK, 25.5.55: Gutachten über die rechtliche Stellung der Gesellschaften mit gesamtdeutscher Bedeutung auf dem Gebiet der Kultur; DR 1/7903, Bl. 52-63: Entwurf eines neuen Vereins-Gesetzes. – Vgl. Lothar Ehrlich, Die Goethe-Gesellschaft im Spannungsfeld der Deutschland- und Kulturpolitik der SED. In: Weimarer Klassik in der Ära Ulbricht. Hrsg. von Lothar Ehrlich und Gunther Mai unter Mitwirkung von Ingeborg Cleve. Köln, Weimar, Wien 2000, S. 251-281.

[60] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/2026/112, Bl. 163-181: Minister Abusch an die Räte der Bezirke und Kreise, 24.3.58, Vertrauliche Dienstsache: Direktive für unseren kulturellen Kampf bei der Existenz von zwei deutschen Staaten, beschlossen vom Kollegium des MfK am 14.2.58.

[61] Ausführlich zum folgenden in Vierneisel, Anm. 37.

[62] BA, DC 20/I/4/250, Bl. 3 und 14.

[63] BA, DC 20/I/4/252, Bl. 1ff.

[64] Bisher waren nur 25% in Devisen, 75% in DM der Deutschen Notenbank auf Sperrkonten eingezahlt worden.

[65] BA, DC 20/I/4/252, Bl. 2; vgl. DR 1/7903: Bericht Münzer über Vertragsabschlüsse in Paris, 25.2.56, Bl. 244-252.

[66] BA, DC 20/I/4/252, Bl. 9.

[67] BA, DC 20/I/4/250, Bl. 14.

[68] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/4/164, ZPKK, Bl. 53-96 und in BA, DC 1/5136, Bl. 116-175; der Entwurf v. 12.8.57 in BA, DC 1/5136, Bl. 236-284.

[69] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/4/164, ZPKK, Bl. 50ff.

[70] SAPMO-BArch, DY 30/IV 2/2/585, Politbüro, 18.3.58.

[71] Kaspar Maase, ‚Amerikanisierung der Gesellschaft‘. Nationalisierende Deutung von Globalisierungsprozessen? In: Jarausch, Siegrist, Anm. 26, S. 219-241, hier S. 227. Vgl. auch Bernd Greiner, ‚Test the West‘. Über die ‚Amerikanisierung‘ der Bundesrepublik Deutschland. In: Heinz Bude, Bernd Greiner (Hg.): Westbindungen. Amerika in der Bundesrepublik (Hamburger Edition). Hamburg 1999, S. 16-54. Axel Schildt, Moderne Zeiten. Freizeit, Massenmedien und ‚Zeitgeist‘ in der Bundesrepublik der 50er Jahre (Hamburger Beiträge zur Sozial- und Zeitgeschichte, Bd. 31). Hamburg 1995.

[72] Beatrice Vierneisel, >Fremde< im Land. Mecklenburg-Vorpommern 1945 bis 1953 – Integration durch Volkskultur? In: Zeitgeschichte Regional, 5. 2001, H. 2, S. 37-42.

Biografie

„… und all dies ist für immer verweht“

Der Unternehmer und Schriftsteller Robert Friedlaender-Prechtl

Eine Biografie im Aufbau

(more…)

Fritz Koelle

unter: Fritz Koelle, Namen Tags: 

Bergmann, 1937

Inferno, 1946

Fritz Koelle mit Kollegen der
Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Concordia 1948

Fritz Koelle – Der Gestalter des deutschen Berg- und Hüttenarbeiters

In: Kunstdokumentation

Die erdverbundene Art des Fritz Koelle

In: Zwei Aufbrüche. Symposion der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Hrsg. von S.D. Sauerbier unter Mitarbeit von Hildtrud Ebert. Berlin 1997

Am 1. September 1946 traf beim Parteivorstand der SED in Berlin ein Brief aus München ein, in dem Fritz Koelle seine Dienste anbot: „Ich bin Bildhauer, der Gestalter des deutschen Berg- und Hüttenarbeiters und erlaube mir höflichst, Ihnen einige Lichtbilder von einem Teil meines Schaffens vorzulegen mit der Bitte, die dafür zuständige russische Behörde dafür zu interessieren.“ Um seiner fortschrittlichen Einstellung Nachdruck zu verleihen, verwies er auf eine gemeinsame Ausstellung mit „der berühmten Frau Prof. Kollwitz“ 1927 in der Preußischen Akademie der Künste. Das Begleitschreiben des KPD-Landesbezirks Bayern, über den auch die weitere Korrespondenz lief, befürwortete das Gesuch ihres Parteimitglieds Koelle. Das Schreiben wurde zur Überprüfung der Person an die Kulturabteilung des Zentralsekretariats der SED weitergereicht. Am 2. Oktober antwortete Max Grabowski, Referent der Kulturabteilung des Zentralsekretariats, der bayerischen KP-Leitung: „Wir haben festgestellt, daß Koelle in den Jahren 1940 und 41 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München Plastiken von SA-Männern sowie von Horst Wessel ausgestellt hat. Es erscheint uns somit erstaunlich, daß Koelle in die kommunistische Partei aufgenommen worden ist.“ Der Aufforderung, die Angelegenheit nochmals zu untersuchen, kamen die Münchner Genossen nach und im Januar 1947 nahm Koelle in einem ausführlichen Brief an die SED Stellung zu den Vorwürfen.

Schlosspark-Theater

unter: Berlin, Orte Tags:  ,

Loge im Gutshaus 1888-1894

 

Plakat zur Eröffnung am 12. Mai 1921

Schlosspark-Theater 2008

Das Schlosspark-Ensemble in Steglitz 1880-1949

In: Davor. Danach. Beitraege zur Geschichte des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit in Steglitz und Zehlendorf. Hrsg. Kulturamt Steglitz-Zehlendorf. Berlin 2008

Der Beitrag erzaehlt die weitgehend unbekannte Geschichte des Steglitzer Schlosspark-Theaters vor 1945. 1880 erwarb der Kaufmann Otto Haack (ca. 1853-1915) ein Flurstück von rund vier Hektar, das von der Rothenburg- bis zur Schloss-, von der Braille- bis zur Wrangelstraße reichte. Zu diesem Besitz gehoerten das Schlosspark-Ensemble mit dem Gutshaus, dem so genannten Wrangel-Schloesschen, und ehemalige Gutsgebaeude. Hier begann Otto Haack mit dem Aus- und Umbau zu einem der damals in Mode kommenden Freizeitetablissements. Dazu kamen schon bald auch sommerliche Theaterauffuehrungen. Doch Plaene der Gemeinde für ein ganzjaehrig spielendes Theater zerschlugen sich zuerst durch den 1. Weltkrieg, dann durch die Eingemeindung von Steglitz in die Stadt Berlin. Deshalb bildete sich 1920 eine Schlosspark-Theater Gesellschaft mit beschraenkter Haftung zur Errichtung eines privaten Theaters durch den Verkauf von „Gruenderanteilen“ und auf der Grundlage eines preiswerten Abonnementsystems. Initiator und Finanzier dieser Gesellschaft war der Unternehmer und Schriftsteller Robert Friedlaender-Prechtl (1874-1950), seine Mitgesellschafter waren der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Joachim Tiburtius (1889-1967), der spaetere Berliner Volksbildungssenator, und der Steglitzer Lehrer Dr. Hans Lebede (1883-1945). Nach dem Ausbau eines Kleinen und eines Großen Hauses eroeffnete man 1921 die Saison. Doch die hochfahrenden Plaene für ein kulturelles Zentrum in Steglitz mit Theater- und Opernauffuehrungen, Konzerten, Filmvorstellungen und Lesungen standen von Beginn an wirtschaftlich und kulturell unter einem schlechten Stern. Im Großen Haus erhielt das moderne Medium Film eine feste Staette, im Kleinen Haus, das dem Theater blieb, wechselten die Direktionen, immer knapp vor der Pleite, fast jaehrlich. Die letzte Theaterpremiere fand im Maerz 1934 statt.

Siehe auch: Das Schlosspark-Ensemble

17. Juni 1953

Volkswerft-Stralsund 1953

Volkswerft-Stralsund 1953
Foto: Bundesarchiv

17.Juni 1953 in Mecklenburg und Vorpommern

17.Juni 1953 in Mecklenburg
und Vorpommern

Volkswerft Stralsund am 18. Juni 1953

Volkswerft Stralsund am 18. Juni 1953
Foto: Stadtarchiv Rostock

(more…)

Fremde im Land

Landspielfilm in Wustrow 1951

Landspielfilm in Wustrow 1951
Foto: MLHA Schwerin

Kulturhaus in Severin 1950

Kulturhaus in Severin 1950
Foto: MLHA Schwerin

Bodenreform 1945

Kulturraum in Gr. Vielen 1950

Kulturraum in Gr. Vielen 1950
Foto: MLHA Schwerin

(more…)

Zone 5

Galerie Franz 1948


Galerie Rosen, 1946

Galerie Rosen 1946

Titelseite 1989 Zone-5

Zone 5, 1989

Zone 5. Kunst in der Viersektorenstadt 1945-1951

Hrsg. Eckart Gillen & Diether Schmidt (Gegenwart Museum. Hg. Berlinische Galerie & Museumspädagogischer Dienst Berlin). Berlin 1989

Aufsätze und Dokumentation stellen erstmals das Kunstgeschehen in allen vier Sektoren Berlins vor: die bildenden Künstler, die Galerien und ihre Diskussionen. Sie vermitteln dabei die Entwicklung von gemeinsamen lebendigen und vielseitigen Anfängen bis zum ideologisch bestimmten Auseinanderleben der westlichen und östlichen Stadtteile.

Wandbild im Sportforum Berlin-Hohenschönhausen

Wandbild im Sportforum
Berlin-Hohenschönhausen

Mensch und Arbeit,
Ausstellung 1949

Kunstamt Prenzlauer Berg,
1945


Volksbefragung 1951

Herbert Sandberg, 1951

Herbert Sandberg 1951

Fritz Cremer, 1950

Fritz Cremer 1949

Werner Klemke, 1951

Werner Klemke 1950

(more…)

Ernesto de Fiori

Fiori um 1927

Ernesto de Fiori um 1927

Engländerin 1924, Bronze

Die Engländerin, 1924

Ernesto de Fiori, Kniende, 1922

Knieende, 1922

Fiori porträtiert Marlene Dietrich, 1931

Marlene Dietrich im Atelier 1931

Ernesto de Fiori. Das plastische Werk 1911-1936. Georg-Kolbe-Museum. Berlin 1992

Autorinnen: Ursel Berger, Mayra Laudanna, Ursula Merkel, Beatrice Vierneisel

Ernesto de Fiori (1884-1945)

In: Weltkunst 61.1991, H.12 & H.19

Die Engländerin. Eine Bronzeplastik von Ernesto de Fiori.

Gegenwart Museum. Hg. Georg-Kolbe-Museum Berlin & Museumspädagogischer Dienst Berlin. Berlin 1989

Titel 1992

Der Maler und Bildhauer Ernesto de Fiori (1884-1945), in Rom geboren und seit dem 1. Weltkrieg deutscher Staatsbürger, gehörte zu den schillernden Figuren, die wir heute mit dem mondänen Zeitgeist der Zwanziger Jahre verbinden. Vom Studium in München bis in die dreißiger Jahre in Berlin ein Protegé des Kunsthändlers Alfred Flechtheim, entsprach das veröffentlichte Leben Fioris dem populären Bild des Künstlers in der Weimarer Republik: in Europa zuhause, vielsprachig und weltgewandt, passionierter Sportler und eine elegante Erscheinung in der Gesellschaft. Zugleich aber findet sich in Person und Werk die Unruhe und Gespanntheit dieser Zwischenkriegszeit, das Flüchtige vor der endgültigen Flucht. 1936 kehrte Ernesto de Fiori von einer Reise nach Sao Paulo in Brasilien, wo seine Familie inzwischen lebte, nicht mehr nach Deutschland zurück; seine zurück gelassenen plastischen Arbeiten sind weitgehend verloren gegangen.

Manfred Kastner

Der junge Manfred Kastner

Gemaelde 1978

Galerie am Boulevard, Rostock 1981

Im Atelier 1983

Der Stralsunder Maler Manfred Kastner

und der Bezirksverband bildender Künstler Rostock

in den siebziger Jahren

In: Zeitgeschichte Regional, 2004, Heft 2

MANFRED KASTNER

Manfred Kastner, Maler und Grafiker

Künstlername „Beerkast“

5. April 1943 Gießhübel, Kr. Grulin (Olesnice, Nordböhmen) – 3. Juni 1988 Rügen (Mecklenburg-Vorpommern);

Vater Rundfunkmechaniker, gest. 1943; Familie kam Sept. 1945 nach Stralsund;

1949 Einschulung, Besuch einer 10-klassigen Schule;

1958-61 Lehre als Dreher auf der Volkswerft Stralsund; Beschäftigung mit Zoologie, Ornithologie, Naturfotografie;

Bis Okt. 1962 in der Produktion der Volkswerft tätig; seit 1960 intensive Auseinandersetzung mit Malerei;

Okt. 1962 – Nov. 1970 Präparator für Zoologie am Meereskundlichen Museum Stralsund; beginnt mit Selbststudium im Malen; Hans Grundig und Caspar David Friedrich werden seine wichtigsten Vorbilder; lernt 1965 Werke von Dali, Chirico und Magritte kennen; Helmut Materna öffnet ihm in Halle die Druckwerkstatt der Hochschule, Drucker ist Gerhard Günther;

Nov. 1963 GI Möwe der Staatssicherheit aus politischer Überzeugung, Linie: jugendliche „Kuttenträger“;

1966/67 Heirat mit Sylvia Kontny und Geburt der Tochter; die Familie wird in die Wohnung von Alfred Röhner, damals Sänger am Theater und später Sammler seiner Werke, eingewiesen (Stralsund, Mönchstr. 29);

1969 Staatsexamen als Präparator; Bewerbung an der Fachschule für angewandte Kunst Heiligendamm abgelehnt;

5. Nov. 1970 schriftliche Entpflichtung seiner IM-Tätigkeit;

1. Dez. 1970- Dez. 1973 Bühnentechniker am Theater Stralsund, Direktor ist Mathias Otto, Bühnenbildner, Maler, Restaurator;

1972 besucht Festival der polnischen Malerei in Stettin – begeistert;

13. März 1973 die MfS Kreisdienststelle Stralsund, legt eine operative Vorlauf-Akte „Kunstmaler an, betr. §§ 100, 106, 107 StGB;

Jan. 1974 freischaffender Restaurator und Maler; Antrag auf Steuernummer beim Rat des Bezirks Rostock, Abt. Kultur;

1974 erster (formloser) Antrag auf Aufnahme im Verband Bildender Künstler (VBK)-Rostock;

1974 in Dresden Besuch der großen Caspar-David-Friedrich-Ausst; parallel dazu Mattheuer-Ausstellung; sieht in Halle in einer Privatsammlung erstmals Max-Ernst-Originale;

Febr. 1975 an eine Freundin in Paris:

Ich selber bin hier unheimlich im Schaffen. Ich bin nun mitten in Vorbereitungen für verschiedene Ausstellungen, die alle so ziemlich hintereinander ablaufen werden. […] Im Augenblick ist hier eine kleine Lockerung zu verspüren, so dass meine Bilder auch in öffentlichen Galerien zu sehen sein können. Aber man weiss nie, wie lange dies anhält. Und da ich ja keine Kompromisse machen kann, bin ich gespannt auf die Reaktionen, die sich dann einstellen werden. Neben meinen Aquarellen bin ich wieder bei grösseren Oelbildern gelandet und mach nun auch noch Radierungen, bzw. experimentiere damit herum. Wenn ich Zeit hätte, würde ich mich zu gern auch noch mit anderen grafischen Techniken befassen. Und neben diesem ganzen male ich dann noch an kleineren Formaten mit Acrylfarben, die mir in ihrer eigenartigen Substanz sehr entgegen kommen. Und da leide ich leider immer noch an akuten Farbenmangel.

20. Sept. 1975 erneute Bewerbung beim VBK-Rostock, im Dez. Vorstellung seiner Arbeiten, einstimmig abgelehnt, dort soll ihn allerdings auch keiner gekannt haben, Tom Beyer habe sich überfahren gefühlt; Bürgen sind Otto Möhwald, Halle, Thomas Ranft, Karl-Marx-Stadt und der Schweriner Restaurator und Fachmann für Maltechnik Johannes Voss;

Am 22. Dez. mahnt Kastner die schriftliche Begründung der Ablehnung an, die erst am 5. März 1976 eintrifft; dort heißt es: “Die vorgelegten Arbeiten zeigen keinerlei Beziehung zur Gesellschaft. Gravierend ist die Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, Trostlosigkeit. Es ist eine ausgedachte Einsamkeit – hier wird sie zur geistigen Konzeption.

Jan. 1976: neue Wohnadresse Julius-Fucik-Straße (Knieper Neubaugebiet); Werkstattadresse Frankenstr. 34;

IMV Oskar der MfS-Bezirksverwaltung Halle/Abt. II wird für Kastner in Anspruch genommen und wichtigster IM, zugleich wichtigster Sammler und Kenner der Arbeiten Kastners;

24. März 1976 erscheint in der Westfälischen Rundschau ein Artikel von Peter Nöldechen, akkreditierter Journalist, der die VBK-Ablehnung öffentlich macht;

26. März 1976 erfolgreiche und gut besuchte erste Ausstellung in Berlin-Pankow, Kreiskulturhaus, organisiert u.a. von Viola Sandberg, eröffnet von Rudolf Kunze; RIAS-Bericht am 29. März 1976; die (Ost-)Berliner Zeitung bringt am 9. April eine positive Besprechung von Horst-Jörg Ludwig:

Es ist denkbar, daß das Bühnenhafte mancher Bilder mit den Aufgaben am Theater zusammenhängt, es wäre aber wohl ein Irrtum anzunehmen, ihr Sinn erfülle sich in Bühnen-Reminiszenzen. Jene leeren, verfallenden ‚Bahnhöfe‘, die Kastner malt, haben ihren Gegenpol in Leuchttürmen als Gleichnissen für die ‚Conditio Humaine‘ (Bildtitel, 1975), die Bedingung des Menschlichen, als Wegweiser, Richtpunkte. In dieser Bildform drückt sich Kastners Realitätsverständnis aus; er vermeidet Abschilderei und stellt den Anspruch, Sehgewohnheiten zu erweitern. Die polare Bezüglichkeit mancher Bilder verbindet geometrische Strenge mit dem Einsatz von Symbolen. Das Ei als Grundform […], als Urform, Sinnbild des Ursprünglichen, Anfänglichen, auch als Sinnbild des Genusses. Die Bildstrukturen Kastners lassen seine Beschäftigung mit der Kunst unseres Jahrhunderts, beispielsweise Chirico und Ernst, aber auch mit der Malerei Caspar David Friedrichs erkennen.“

Am 9. April 1976 findet ein Ausstellungs-Gespräch mit Kastner mit ca. 100 Besuchern statt, auch aus Westberlin; die Verbandsablehnung ist dabei Gesprächsthema; Herbert Sandberg empfiehlt ihm, beim Zentralvorstand des VBK Einspruch zu erheben. Ein IM des MfS berichtet von dieser Veranstaltung:

Sandberg “gab anhand historischer Beweise dem KASTNER zu verstehen, daß seine Bezugnahme auf das Vorbild C.D. Friedrich unrichtig sei, denn Friedrich hatte mit seinen Werken ein anderes Anliegen auszudrücken versucht. Prof. SANDBERG warf KASTNER vor, daß seine Werke vom Inhalt her leicht kopflastig sind – d.h. sie fassen zu viele Gedanken des Malers in sich zusammen (Symbole, Zeichen). Der Betrachter ist verwirrt von der Vielzahl der Symbole und es fällt äußerst schwer, den Inhalt zu interpretieren, da die Komposition jeweils vielfältige Interpretationsmöglichkeiten zuläßt.

20. Mai 1976 beschließt das MfS, Kreis Stralsund, den Operativen Vorgang (OV) Kunstmaler;

3. Juni 1976: im Zentralvorstand des VBK-DDR unter Leitung von Willi Sitte fällt die Entscheidung für die Aufnahme von Kastner in den Verband (Kandidat);

16./17. Juni 1976: in Berlin findet auf der 8. ZV-Tagung eine ausgedehnte Diskussion zu Kastner statt;

1. Okt. 1977: Eröffnung der VIII. Dresdner Kunstausstellung, an der Kastner teilnimmt; ausgestellt ist das Gemälde Landschaft am Kanal, 1976;

Febr. 1978 Reise nach Polen; 7.-14. März 1978 Reise nach Hamburg;

3. Aug. 1978: im Neuen Deutschland erscheint ein Artikel von Horst Kolodziej (VBK-Sekretär) zum bevorstehenden Kongress mit einem Plädoyer für die jungen Künstler;

1. Sept. 1978: Hauskauf in Stralsund, Bergener Str.; beteiligt an der Ausstellung Poesie und Alltag in der Kunsthalle Rostock;

26. Aug.-30. Sept. 1978: 2. Einzelausstellung in Strausberg, Franz-Mehring-Klub;

Nov. 1978: Freitod des Malers Axel Krüger, der nach seinem Dresdner Studium nach Stralsund delegiert wurde und dort nicht zurecht kam; Kastner versucht vergeblich, die Missstände an die Oeffentlichkeit zu bringen; zum Gedenken entsteht die Grafik „Conditio humaine“;

März 1979 Ausst. in Rostock zusammen mit Peter Sylvester; die Grafik Conditio Humaine wird abgehängt;

4. April 1979 Beratung der SED-Kreisleitung (1. Sekr. Günter Rosenfeld) mit Stralsunder Künstlern: Kastner arbeitet an dem dreiteiligen Werk Die Erde im Aufbruch;

28. April – 22. Mai 1979: Leipzig, Galerie Schulz, 69. Verkaufsausstellung zusammen mit Otto Niemeyer-Holstein; Galeriegespräch am 11. Mai;

Mai/Juni 1979 Beteiligung an der 6. Bezirkskunstausstellung Rostock; weitere Ausstellungen;

August 1979: lehnt Auftrag der Volkswerft Stralsund für ein Wandbild im Konferenzzimmer ab;

Hans-Joachim Zeidler, Galerie November, Westberlin, nimmt Kontakt mit Kastner auf und plant eine Ausstellung;

4. Okt. 1979 Aufnahme als Mitglied im VBK-Rostock;

1980: Triptychon Weg des Lebens in Arbeit; Auftrag für Giebelwand in Wismar; beteiligt an „100 beste DDR-Grafiker“ mit dem Offsetlitho Der Garten des Minotaurus; Museumsankäufe in Cottbus und Frankfurt/Oder;

Sommer 1980: Ausstellung in Ahrenshoop, Heringsdorf, Greifswald;

Der Begriff  metaphorischer Realismus wird für Kastners Arbeiten eingeführt;

1981 im Juni Kauf eines Sommerhauses in Poseritz, Ortsteil Datzow (Rügen), im Nov. 1982 bietet er es schon wieder zum Verkauf an;

1981: in Vorbereitung der IX. Dresdner Kunstausstellung 1982/83 erhält Kastner vom Rat des Bezirks Rostock das Auftragsthema Kernenergie für den Frieden und nicht für den Krieg, ist dann aber mit anderen Werken in Dresden vertreten;

10. Nov. – 3. Dez. 1981 Ausstellung in der Galerie am Boulevard, Kröpeliner Str. 60 (Staatlicher Kunsthandel Rostock), mit 15 Gemälden und 30 Farblithos; Ateliergespräch am 20. November 1981;

18. Dez. 1981 – 14. Jan. 1982: Ausstellung in Dresden, Galerie Mitte, Fetscherplatz 7, am 14. Januar 1982 hält Kastner einen Vortrag über Surrealistische Malerei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts;

Sächsische Neueste Nachrichten, Dresden, 21.1.82, Arnold Orlik:

Mit einer dem Manierismus erwachsenen Akkuratesse gibt der Künstler vor der Kulisse architektonischer Vergangenheit Zustandsschilderungen einer den Menschen ängstigenden Welt. Als kritische Signalbilder pointieren sie zwar eine sich im Bewußtsein etablierende Fiktion von Harmonie als trügerisch ästhetischen Schein, lassen aber realen Sinn künstlerischen Gegenwartsgewissens vermissen. […] Inmitten einer fast schattenlosen Topographie herrscht schleichende Auszehrung, Zerbröckelung und Verfall. Ueber der Welt menschlicher Herkunft schwebt ein unausgesprochenes Unheil, der Mensch selbst ist ausquartiert und vertrieben. […] Was seine Bilder beklagen: Sterilität und Kälte, dokumentieren sie gleichzeitig. Grotesk und bizarr als exotisches Schauspiel der Gefühlsstille erstarren seine Bilder zu privaten Kunstobjekten, die, um bestehen zu können, diese Kälte nötig zu haben scheinen. […] Bei aller artifiziellen Feinmalerei, die als exzentrische Variante durch die künstlerische Selbständigkeit Kastners noch ihren Reiz behalten mag, läßt es sich nicht von der Hand weisen, daß gerade sie es ist, die für den Mangel an Substanz herhalten muß. Die Tatsache jedoch, daß Kastner in keinem Bild für die von ihm gemalte zerschlissene Welt Partei ergreift, läßt seine Kunst als geistigen Entschluß künstlerischen Widerspruchs gegen Verfall, Sterilität und Kälte und nicht als Botschaft künstlerischer Hoffnungslosigkeit und Resignation erscheinen.

13. Juni -18. Juli 1982 Ausstellung im Kulturhistorischen Museum, Stralsund; die Kulturchefin des Rates der Stadt hängt zwei Arbeiten ab;

1982 Auftragsbild MS Vockerode für das Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft; Verbleib unbekannt;

Sommer 1983: Einzelausstellungen in Zinnowitz und Schloss Bernburg;

1984: Umzug nach  Juliusruh/Rügen, Ringstraße 16;

August 1984: Einzelausstellung im Museum Schloß Moritzburg, Zeitz; Farbgrafik und Bildwerke aus Sand- und Kalkstein;

Aus dem Faltblatt zur Ausstellung:

Mein Grundthema in der Malerei ist die Architektur in der Landschaft. Meist sind es Hafensituationen, Bahnhöfe oder Speicher. Das liegt wohl auch daran, daß in meiner Heimatstadt Stralsund die Architektur, besonders die gotische, eine überragende Rolle spielt. Von ferne schon sieht man die gewaltigen Bauwerke aufragen. Besonders wenn man sich auf dem Wasserwege nähert, ist es ein überwältigender Anblick. Es ist also kein Wunder, wenn die Architektur in meinen Arbeiten dominiert, steht sie doch als Zeichen menschlicher Selbstbehauptung und Größe. Gerade in der ebenen norddeutschen Landschaft, auch vom Meer aus gesehen, ist diese Architektur ein Wegweiser, ein Seh-Zeichen. Diese norddeutsche Landschaft ist nicht sehr lieblich, gerade in den dunklen Jahreszeiten ist diese Landschaft recht herb. Aber das Licht, wenn es über diesem Land ausgebreitet ist, ist von einer Klarheit, daß es fast die Augen blendet und von solch einer Fülle und Reinheit der Farbe, daß ich die Schönheiten meiner Heimat immer wieder von neuem bewundern kann. Die Verbindung von noch sehr ursprünglicher Landschaft mit dem reinen Licht des Nordens und den hochragenden Architekturen ist eine der Grundlagen meiner Inspiration.

Nov. 1984: Beteiligung an der 7. Bezirkskunstausstellung Rostock;

Jan. 1985: MfS schließt die Opfer-Akte Kunstmale; Einzelausstellung in der Galerie im Alten Museum, Berlin;

16. März – 24. April 1988: Einzelausstellung in der Kunsthalle Rostock;

Neue Zeit, 14. April 1988: Peter Gerds: „Eine Ausstellung, die den Besucher herausfordert durch Verunsicherung, die Fragen stellt und Antworten nicht parat hält. Es sind ganz einfach Rätsel zu lösen.

Ostsee-Zeitung, 16./17. April 1988: Angela Hofmann:

Manfred Kastners Architekturdarstellungen sind keine einfachen Abbilder von Realität, keine Wiederspiegelungen konkreter Gebäude oder städtebaulicher Situationen. Zwar bilden Hafen- und Fabrikanlagen, Speicher, Mietskasernen, Giebel und Brandmauern, Bahnhöfe und Brücken die unmittelbare Anregung für seine Bilder, aber durch die Herauslösung aus ihrem raum-zeitlichen Zusammenhang erscheinen die vertrauten Gegenstände fremd und unnahbar. Der Zugang zu dieser Welt wird uns nicht leichtgemacht. Eine unterkühlte Sachlichkeit und verfremdende Distanz läßt die emotionale Identifikation mit dem Dargestellten auf den ersten Blick nicht zu. Durch die Verschmelzung realistischer und surrealistischer Elemente, durch eigenartige perspektivische Verschiebungen und phantastische Beleuchtungseffekte wird eine Welt geschildert, die uns verunsichert und erschrecken läßt, aber gleichzeitig auf suggestive Weise eine sonderbare magische Pösie verbreitet. Ein statisch festgefügter Bildaufbau […] gliedert auch den Menschen ein, als ein Ding wie jedes andere, vereinsamt und vereinzelt und sich selbst fremd geworden.

3. Juni 1988 tödlicher Autounfall bei Juliusruh;

Heute gibt es einen Manfred-Kastner-Weg in Stralsund-Triebsees.

Verwendete Archivbestände: Bundesarchiv Berlin; Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin; Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehem. DDR; Archiv der Hansestadt Stralsund.

Rudolf Jahnke

Jahnke mit Kollegen,
um 1950

Tagung der Deutschen Volksbühne
in Waren, 1952

Ankunft des Geigers David Oistrach in Berlin, 1955,
mit Maria Rentmeister & Rudolf Jahnke


Rudolf Jahnke – ein Manager in der DDR

Aspekte der Kulturpolitik in den fünfziger Jahren

Hg. Der Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Schwerin: o.V.  2002

Rudolf Jahnke kam 1920 in Schwerin zur Welt und verließ die DDR Anfang 1961 – diesen Zeitraum umfasst die vorliegende Arbeit. Nach der einleitenden Beschreibung von Kindheit und Jugend, Wehrmacht und sowjetischer Kriegsgefangenschaft steht seine kulturpolitische Arbeit im Mittelpunkt der Untersuchung. In Mecklenburg und Vorpommern ist er Funktionär der Deutschen Volksbühne und organisiert vor allem die Arbeit der Laienkunstgruppen die zum Aufbau der neuen Gesellschaft beitragen sollen. (vgl. Fremde im Land)

Nach dem Verbot der Volksbühne 1953 ist er in Ost und West für die Studien- u. Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Deutschen Volks- und  Laienkunst unterwegs, bis ihn Johannes R. Becher 1954 als Leiter der Abteilung Kulturelle Einheit in der Hauptabteilung Kulturelle Beziehungen unter Maria Rentmeister im Ministerium für Kultur ernennt. In dieser Funktion ist Jahnke für die praktische Kulturarbeit nach Westdeutschland zuständig.

Nach 1957 endet die von Johannes R. Becher vertretene gesamtdeutsche Kulturpolitik. Im Zuge dieser Entwicklung gibt es auf allen Ebenen der Kulturverwaltung einen Austausch des Personals, dem Jahnke im Januar 1958 zum Opfer fällt. Er wird von der Staatssicherheit verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

Die Rekonstruktion von Jahnkes Tätigkeit ergibt, dass unterhalb der offiziellen Propaganda eigene Entscheidungen in Anspruch genommen und die vorhandenen Freiräume genutzt werden. Dabei wird auch deutlich, in welchem Maß noch wechselseitige persönliche Beziehungen in ganz Deutschland vorhanden sind, bevor dieser kulturelle Austausch kontinuierlich unterdrückt und später in neue Organisationsformen gelenkt wird, die eine andere politische Kultur begründen.

S


Suelstorf 2006

Bahnhof Sülstorf 2006

Gedenkstätte am Bahnhof Sülstorf
2006

Gedenkfeier in Wöbbelin
mit Überlebenden ehem. Konzentrationslager
in Mecklenburg, Mai 2007

(more…)

Kunstamt Steglitz 1945


1. Kunstausstellung in Berlin-Steglitz,  Kamillenstraße, am 28. Juli 1945, Besucher und Ausstellungsgebäude (more…)

Die Vorfahren

Die Vorfahren Friedlaender und Prechtl

Porträt Johann Joseph Prechtls (1778-1854) als
junger Direktor des Wiener Polytechnikums (um 1815)

Vater Josef Friedländer, 10. Okt. 1836 Oppeln/Preußen – 2. Febr. 1905 Wien, war Ingenieur und Besitzer einer Fabrik für Landwirtschaftsmaschinen. Mutter Beatrix Prechtl, 24. März 1853 Wien – 29. Mai 1919 Wien, verkörperte im großbürgerlichen Haus der Familie das kunstsinnige Element und nach ihr nannte sich Robert Friedlaender-Prechtl in seinen literarischen Arbeiten: Robert Prechtl. Ein Vorfahre, der Physiker und Chemiker Johann Joseph Ritter von Prechtl, war 1814 der Gründer des Wiener Polytechnikums.
(more…)